Weihnachten im Kessel

Dez 24, 2022 | 2022 – 12 – Dezember

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Kalender der Kulturen

Heute vor 80 Jahren: „Weihnachten im Kessel“ (24.12.1942)

Die Lage kann nur noch schlechter werden. 50 km vor Stalingrad wird die Panzergruppe Hoth am 23. Dezember zurückgeschlagen. Die Versorgung aus der Luft ist endgültig zusammengebrochen. Ein Kontrastbild ist die sogenannte Stalingrad-Madonna. Gezeichnet wurde sie von Dr. Kurt Reuber auf die Rückseite einer russischen Landkarte. Kurz vor der Einkesselung war der Pastor und Arzt im aus dem Fronturlaub nach Stalingrad zurückgekehrt. Die Stalingrad-Madonna zeigt eine sitzende Frauengestalt, die ähnlich einer Schutzmantelmadonna unter ihrem Mantel ein Kind birgt, dieses liebevoll ansieht und ihm Schutz und Geborgenheit gibt. Die Darstellung trägt die Umschrift „1942 Weihnachten im Kessel – Festung Stalingrad – Licht, Leben, Liebe“. Drei Dinge, die die Soldaten im Kessel nicht mehr erleben. Sie sitzen in Löchern, sterben zu Hunderten und ahnen, dass sie ihre Familien nicht wiedersehen werden. Das Bild gelangte durch einen Schwerverletzten mit einem der letzten Flüge aus Stalingrad in die Hände der Familie. Diese übergab es 1983 auf Anregung von Karl Carstens (Bundespräsident 1979-1984) der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. Dort hängt es als Anregung für Gedenken und Gebet und als Erinnerung an die Gefallenen und Mahnung zum Frieden. Um die Weihnachtszeit 1943 malte Kurt Reuber in einem Kriegsgefangenenlager 1.000 Kilometer nordöstlich von Stalingrad ein ähnliches Bild für die Gefangenenzeitung. Auch die Gefangenen-Madonna gelangte später zu Reubers Frau, zusammen mit der Nachricht, dass er nach schwerer Krankheit am 20. Januar 1944 im Lager gestorben sei.

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