Vor 60 Jahren: Volkswagen in Volkshand

Wenn man auf die deutschen Straßen schaut, sind VWs nicht zu übersehen. 1934 rief Adolf Hitler das Projekt eines „Volksautos“ aus, das die Massenmotorisierung in Deutschland einleiten sollte. Bis dahin waren Automobile für den Normalverbraucher zu teuer. Der Bau des Werkes wurde mit beschlagnahmten Gewerkschaftsgeld finanziert; die Produktion sollte durch angesparte Mittel künftiger Autofahrer finanziert werden. Diese Autos wurden nie ausgeliefert, da die Produktion nach ihrer Fertigstellung 1939 für die Wehrmacht lief. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel das Werk zunächst an die britische Besatzungsmacht. In diesen Jahren wurde erst der Name „Volkswagen“ eingeführt. Dem „Käfer“ wurde keine große Zukunft gegeben, da Experten ihn als Fehlkonstruktion einschätzten. Er wurde zunächst als Dienstwagen produziert und dann auch in Massen verkauft. Mit über 21,5 Millionen Fahrzeugen war der Käfer das meistverkaufte Automobil der Welt, bevor er 2002 vom VW Golf übertroffen wurde. Am 16. März 1960 beschloss der Bundestag in Bonn die Umwandlung des Volkswagenwerks in eine Aktiengesellschaft. Je ein Fünftel des Kapitals übernahmen der Bund und das Land Niedersachsen, 60 Prozent wurden gestreut.