St. Jakob

„Ich bin dann mal weg“, sagte der Entertainer Hape Kerkeling, und schrieb anschließend ein Buch über seinen Pilgerweg nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens. Pilgern zu sich selbst und heiligen Orten ist in Mode. Einer der berühmtesten Pilgerwege ist der Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Seit den Achtzigerjahren werden in Europa immer mehr alte Abschnitte wiederhergestellt und neue Wege eröffnet. 

Für Mitteleuropäer ist Pilgern heute ein Weg der Entschleunigung, zurück zu mehr Bewusstsein für Zeit und Raum. Pilgern ist jedoch ein uralter Bestandteil von Religion. Und das schon zu Zeiten ohne moderne Straßen, Autos oder Flugzeuge, ohne Tagebuch bei Instagram oder Zusammenfassung im Buch, weil man ja berühmt ist und Fans das Buch vielleicht kaufen. Drei Mal im Jahr sollte das jüdische Volk zum Tempel in Jerusalem kommen. Der Hadsch ist eine der fünf Säulen des Islam: Einmal im Leben soll ein Muslim, eine Muslimin in Mekka gewesen sein, wenn es finanziell machbar ist. In Zehnmillionen-Zahlen pilgern gläubige Hindus zu Festen zu heiligen Stätten. Auch im Christentum gehörte das Pilgern dazu: Weil man etwas erbitten wollte, Dank zu sagen hatte oder auch Schuld zu sühnen. Die letzte Form entfernte den Übeltäter vom Ort seiner Übeltat und ließ ihm doch die Chance, weiter zu leben. Eingebunden in den Bußprozess war die Beschwerlichkeit und Gefahr einer Reise zu einem Pilgerort wie Jerusalem oder Santiago Teil der Bußleistung.

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