Heute vor 40 Jahren: Oscar Romero, Erzbischof von San Salvador, während einer Messe erschossen

Man stelle sich vor, ein Priester zelebriert die Messe und wird erschossen. Was in Lateinamerika und Afrika keineswegs unvorstellbar ist, erreichte am 24. März 1980 einen zuvor unglaublichen Höhepunkt: Nicht ein Priester, sondern der höchste katholische Priester des Landes, Oscar Arnulfo Romero, wurde während der Messe im Auftrag der Armee erschossen. Der Erzbischof von San Salvador wurde damit nicht nur zum Märtyrer, sondern auch zum Symbol dessen, was die Unterdrückten Lateinamerikas schon lange wussten: Dass den Mächtigen in den lateinamerikanischen Staaten nicht einmal das Heiligste heilig ist, die Feier von Gottes Gegenwart in dieser Welt in der Eucharistie. Der Mord an dem Erzbischof war der Auftakt eines Bürgerkrieges in El Salvador, der in 12 Jahren mehr als 75.000 Menschenleben forderte, darunter 70.000 Nicht-Militärs. 2015 sprach Papst Franziskus I. Romero selig und 2018 heilig.