Kalender der Kulturen

Vor 85 Jahren: „Nürnberger Gesetze“ zur Ausgrenzung der jüdischen Minderheit in Deutschland

Am 15. September 1935 wurden auf dem NSDAP-Parteitag in Nürnberg drei Gesetze proklamiert, die seither als Nürnberger Gesetze gelten.
Das „Reichsflaggengesetz“ erhob die Farben Schwarz-Weiß-Rot zu den Nationalfarben und die Hakenkreuzfahne wurde zur Nationalflagge.
Das „Reichsbürgergesetz“ unterschied die Deutschen in „Staatsbürger“ und „Reichsbürger“: Nur Angehörige „deutschen und artverwandten Blutes“ sollten einen Anspruch auf volle Bürgerrechte haben. Juden hingegen konnten lediglich Staatsbürger des Deutschen Reichs sein. Sie waren keine Reichsbürger, durften keine öffentlichen Ämter bekleiden und verloren jegliches Stimmrecht. Als Jude galt fortan, wer drei jüdische Großeltern hatte, der jüdischen Glaubensgemeinschaft angehörte oder mit einem sogenannten „Volljuden“ verheiratet war. Im November des selben Jahres wurde in einer ergänzenden Verordnung festgelegt, wann genau jemand als „Volljude“, „Halbjude“ oder „Vierteljude“ zu behandeln war.

Das „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ verbot Eheschließungen und außereheliche Beziehungen von Juden mit Staatsangehörigen „deutschen oder artverwandten Blutes“. Beides wurde mit Gefängnis oder Zuchthaus bestraft.

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