Kalender der Kulturen

Heute vor 125 Jahren: Louis Pasteur gestorben (28.9.1895)

Hygiene ist in diesem Jahr ein großes Thema. Es ist also nur recht, wenn man sich an die großen Forscher erinnert, die Beiträge zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten geleistet haben. Louis Pasteur (1822-1895) war ein französischer Naturwissenschaftler, der bei vielen Themen wichtig war. Bei Studien zur Gärung entdeckte Pasteur Mikroorganismen, die ohne Sauerstoff auskommen. Er beschrieb verschiedene Formen der Gärung und erkannte, dass dahinter verschiedenartige Mikroorganismen stehen. Eine praktische Folge dieser Forschung war ein Verfahren zur Haltbarmachung flüssiger Lebensmittel, die Pasteurisierung beispielsweise von Milch. Ab 1876 war Pasteur allein mit human- und veterinärmedizinischen Fragen beschäftigt. Er entwickelte Impfstoffe gegen verschiedene Krankheiten und machte damit die Impfung zu einem allgemeinen Konzept. Zuvor hatte man in der Humanmedizin nur die Pockenschutzimpfung gekannt. Pasteurs Arbeiten zur Gärung und Impfung bewiesen die mögliche Bedeutung experimenteller Biologie. Die Produktion des Milzbrandimpfstoffs stand am Anfang der Impfstoff-Industrie. Eine Spendenwelle nach der ersten spektakulären Tollwut-Impfung eines Jungen erlaubte die Gründung des Institut Pasteur, bis heute die führende Wissenschaftsinstitution Frankreichs in der biomedizinischen Forschung.