Kalender der Kulturen

Heute vor 500 Jahren Ignatius von Loyola schwer verletzt (22.5.1521)

Mai 1521: Der baskische Ritter Ignatius von Loyola (1491-1556) verteidigt die Festung von Pamplona gegen die Franzosen. Am 22. Mai wird er von einer Kanonenkugel getroffen und an einem Bein schwer verletzt. Es wurde verarztet, doch es heilte nicht. Die Knochen wuchsen nicht richtig zusammen, so dass das Bein noch einmal gebrochen werden musste. Nach langer Krise heilt das Bein. Aber: Unter dem Knie steht ein Knochen vor, und das Bein ist etwas kürzer. Für Ignatius unerträglich. Wie sollte er so die höfischen Stiefel und Beinkleider tragen? Er wollte, dass die Ärzte das Knochenstück abschneiden und das Bein so lange strecken, bis es wieder so lang wie das andere war. Das ging aber nicht gut, und Ignatius hatte von nun an ein leichtes Humpeln in seinem Gang. Verletzung und Krankenlager führten zu einer tiefen persönlichen Krise. Während seiner Rekonvaleszenz im Kloster Montserrat legte Ignatius seine Lebensbeichte ab. Die soll der Überlieferung nach drei Tage gedauert haben. 1522 verließ Ignatius, der als Ritter und Edelmann gekommen war, das Kloster als Bettler und Pilger. Ignatius von Loyola hat im Glauben neue Kraft und Orientierung gefunden. Er beschließt, sein Leben radikal in die Nachfolge Christi zu stellen. So entsteht schließlich die Societas Jesu. 1540 wird sie von Papst Paul III. offiziell akzeptiert. P. Klaus Väthröder SJ von der Nürnberger Jesuitenniederlassung schreibt dazu: „Dass Pläne und Träume durchkreuzt werden, Lebensgrundlagen wegbrechen, haben viele Menschen im vergangenen Jahr erlebt. Corona ist weltweit wie eine Kanonenkugel eingeschlagen, die auch Verzweiflung und Tod mit sich gebracht hat. Für Ignatius ist aus der Krise etwas Neues entstanden, das noch 500 Jahre später Menschen berührt und ihr Leben verändert.“ Der Jesuitenorden hatte eine wechselhafte Geschichte. Heute hat er über 15.000 Mitglieder. Der derzeitige Papst Franziskus I. ist einer von ihnen.