Kalender der Kulturen

Heute vor 20 Jahren betritt ein Papst erstmals eine Moschee. (6.5.2001)

Bei einem Besuch in Syrien betrat erstmals ein römisch-katholischer Papst eine Moschee. Am 6. Mai 2001 besuchte Papst Johannes Paul II. das Grabmal Johannes des Täufers, das heute in der Umayyaden-Moschee von Damaskus zu finden ist. Der Ort der Moschee hat eine reiche Religionsgeschichte. Die Moschee ersetzte eine Johannes dem Täufer gewidmete Kirche, die einen Jupitertempel abgelöst hatte, der wiederum einen aramäischen Göttertempel ersetzt hatte. Nach der islamischen Eroberung von Damaskus 635 einigten sich Muslime und Christen zunächst auf eine gemeinsame Nutzung des heiligen Ortes. Erst später wurde die Basilika abgerissen und durch eine Moschee ersetzt, die stilbildend für den islamischen Moscheebau wurde. Sie wurde von dem Umayyaden Abdulmalik ibn Marwan beauftragt und nach zehnjähriger Bauzeit unter Walid I. ibn Abdalmalik im ersten Jahr seines Kalifats (705 n. Chr.) fertiggestellt.