Kalender der Kulturen

Heute vor 80 Jahren: Erste britische Antwort auf deutsche Luftangriffe

In der Nacht vom 25. auf den 26. August 1940 fielen zum ersten Mal britische Bomben auf Berlin und andere deutsche Städte. Eine Antwort auf die erste Bombardierung Londons. Das war zu dem Zeitpunkt eher eine Demonstration, denn eigentlich tobte in diesen Monaten die „Luftschlacht um England“. Die deutsche Luftwaffe sollte die Royal Air Force niederringen und so eine Invasion vorbereiten. Die Briten wiederum „übten erst“, denn Leipzig suchten die britischen Bomber vergeblich. Andernfalls hätte das Bombardement den deutschen und internationalen Gästen der Leipziger Messe einen großen Schrecken eingejagt. Die Bomben wurden über anderen deutschen Orten abgeworfen. Als „Vergeltung“ für den Angriff auf Berlin griff die Luftwaffe ab September britische Städte als ganze an. Besonders verheerend war am 14. November 1940 ein Angriff auf Coventry. Die Zerstörung der Innenstadt gab der nationalsozialistischen Propaganda-Sprache einen neuen Begriff: „coventrieren“. Am Ende aber hat Nazi-Deutschland Wind gesät und Sturm geerntet: Im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkriegs führten britische und US-amerikanische Luftverbände ein flächendeckendes Bombardement deutscher Städte durch. Bis heute legen Bauarbeiten, landwirtschaftliches Pflügen oder Niedrigwasser „Blindgänger“ frei, Bomben, die nicht explodierten, aber immer noch explodieren könnten. Bei alledem sollte man nicht vergessen, dass bei manchen Konflikten heutzutage ein Vielfaches der Bombenlast der Zweiten Weltkriegs abgeworfen wird.