Vor 100 Jahren: „Engel der Verwundeten“ geboren

Florence Nightingale (12. Mai 1820-13. August 1910) gilt als Begründerin der modernen Krankenpflege, die sie mit der Gründung der Nightingale School (1860) in London zum Lehrberuf machte. Ihr Geburtsdatum wird deshalb als Internationaler Tag der Krankenpflege begangen. Die Tochter eines wohlhabenden Landadeligen erhielt im liberalen Elternhaus eine umfassende humanistisch-klassische sowie mathematische Ausbildung. Das christliche Nächstenliebe-Gebot, Eindrücke menschlichen Leidens sowie eine persönliche Sinnkrise führten Nightingale zur Entscheidung, ihr Leben der Krankenpflege und Armenfürsorge zu widmen. Während des Krimkrieges (1853–1856) leitete sie ab 1854 eine Gruppe von Pflegerinnen, die britische Soldaten im Militärkrankenhaus im türkischen Scutari betreute. Tatsächlich war Nightingale an der Pflege nur geringfügig beteiligt. Ihre Leistung bestand in der Schaffung und Aufrechterhaltung eines rudimentären Krankenhausbetriebs. 1956 kehrte Nightingale chronisch krank nach Großbritannien zurück. Durch ihre Veröffentlichungen nahm sie jedoch Einfluss auf die Entwicklung des Gesundheitswesens. Nightingale vertrat die Ansicht, dass es neben dem ärztlichen Wissen ein eigenständiges pflegerisches Wissen geben sollte. Ihr als Nightingalesches System bezeichnetes Ausbildungsmodell sah entsprechend eine Ausbildung von Berufsanfängern vor allem durch erfahrene Pflegekräfte vor.