Kalender der Kulturen

Heute vor 75 Jahren: Ende des Zweiten Weltkriegs in Ostasien (2.9.1945)

In diesem Jahr feierte die Welt am 8./9. Mai den VE-Day. VE steht für „Victory in Europe“, „Sieg in Europa“. In Ostasien ging der Zweite Weltkrieg weiter. Nach der Kapitulation Nazi-Deutschlands war Japan entschlossen, allein gegen die Alliierten weiterzukämpfen.

Am 6. und 9. August 1945 warfen US-amerikanische Bomber Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Am 15. August strahlte der japanische Rundfunk um 12.00 Uhr mittags eine voraufgenommene Rede von Kaiser Hirohito aus. Noch nie zuvor war die Stimme des Kaisers im Rundfunk zu hören gewesen. Die Ereignisse hätten sich nicht zugunsten Japans entwickelt. Um der Zukunft Japans Willen gelte es, „das Unerträgliche zu ertragen und das nicht Erduldbare zu erdulden“. Mit diesen Worten verkündete der japanische Kaiser die Kapitulation seines Landes – ohne das Wort Kapitulation zu verwenden.

Das war nun für die Alliierten der VJ-Day – „Victory over Japan Day“. Tragisch: Einzelne japanische Soldaten setzten den Krieg trotzdem fort. Als letzter aktiver Kämpfer gilt Onoda Hirō (1922-2014), der bis 1974 auf der philippinischen Insel Lubang einen Guerillakrieg führte. Erst als sein früherer direkter Vorgesetzter gefunden war und der ihm den direkten Befehl gab, ergab er sich.
In der Heimat dagegen sah es schon lange anders aus: Am 2. September 1945 wurde auf dem US-Schlachtschiff Missouri die Kapitulation Japans unterzeichnet. Japan wurde von US-Truppen besetzt. Korea, seit 1910 japanische Kolonie, wurde am 38. Breitengrad in Besatzungszonen der USA und der Sowjetunion geteilt. In China ging der Krieg als Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Nationalchinesen weiter. In anderen zeitweise von Japan besetzten Gebieten ging es nun um die Unabhängigkeit von früheren Kolonialherren wie den Franzosen, den Niederländern und den Briten.