Abends: Beginn von Jom Kippur (8.10. abends/9.10.2019)

Der „Große Versöhnungstag“ ist das wichtigste Fest im Judentum. Er wird zehn Tage nach dem jüdischen Neujahrstag begangen und beginnt in diesem Jahr am Abend des 8. Oktober. Als es den Tempel in Jerusalem noch gab, war Jom Kippur der einzige Tag, an dem der Hohepriester das Allerheiligste im Tempel betreten durfte, um für das Volk die Vergebung der Sünden zu empfangen. Auch wurde zwischen zwei Schafböcken ausgelost. Der eine wurde geopfert, der andere als Sündenbock in die Wüste gejagt, nachdem ihm der Hohepriester die Sünden des Volkes auferlegt hatte. In Israel ruht das öffentliche Leben; das israelische Fernsehen und Radio unterbrechen ihr Programm für mindestens 25 Stunden. Selbst ausländische Videokanäle haben bisher auf diese seit mehr als 70 Jahren geltende Regelung Rücksicht genommen, und mindestens den Zugang zu on-demand-Videos abgeschaltet. Auch eigentlich nicht-religiöse Juden fasten, bitten andere um Verzeihung, mit denen sie sich in den letzten zwölf Monaten gestritten haben, tauschen kleine Geschenke aus und besuchen die Friedhöfe. In der Synagoge wird an diesem Tag aus dem Buch Jona gelesen, in dem es um Umkehr und Vergebung geht. Die Gottesdienste dauern den ganzen Tag lang, in ihrem Zentrum steht das gemeinsame Sündenbekenntnis.