Kalender der Kulturen

Heute vor 400 Jahren: Aufbruch der Mayflower nach Amerika (16.9.1620)

Die Mayflower war ein englisches Segelschiff, mit dem die „Pilgerväter“ in ein neues Leben nach Amerika aufbrachen. Die Überfahrt hatte der Kaufmann Thomas Weston organisiert, der wie die Pilgrims zu einer damals in England verfolgten protestantischen Richtung gehörte. Der Name Pilgrim Fathers wurde ihnen erst später beigelegt. Sie selber nannten sich einfach in biblischer Nachfolge „Heilige“/„Saints“.
An Bord waren 102 Passagiere und 31 Mann Besatzung unter Kapitän Christopher Jones. Die Überfahrt gestaltete sich schwierig, und die Mayflower kam vom Kurs ab. Nach zwei gescheiterten Versuchen, Virginia zu erreichen, überwinterte man schließlich an der Küste vor Massachusetts. In den beengten Verhältnissen dezimierten Lungenentzündung und Tuberkulose die Siedler.

Den ersten Winter überlebten sie nur durch die Unterstützung der Eingeborenen, die den Kolonisten mit Lebensmitteln halfen und ihnen die eigenen, dem örtlichen Klima und Boden besser angepassten landwirtschaftlichen Techniken beibrachten. Diese friedliche Kooperation wird bis heute im Thanksgiving-Fest gefeiert. Einige Jahre später waren die Verhältnisse nicht mehr so friedlich.

Die Pilgrim Fathers wurden ein typischer Stoff fürs Englisch-Schulbuch. Die Reise der Mayflower erscheint deshalb manchmal als Beginn der Besiedelung Nordamerikas. Tatsächlich begann die neuzeitliche Kolonialisierung Nordamerikas durch die Europäer bereits Mitte des 16. Jahrhunderts mit der Besiedlung von Neufundland.