Heute vor 30 Jahren: Der Abriss der Berliner Mauer beginnt (13.6.1990)

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen“ – diese Worte des DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht vom 15. Juni 1961 sind damals ins Gedächtnis der Deutschen eingegangen. Wenige Wochen später wurde mitten durch Berlin und rund um West-Berlin herum Stacheldraht gezogen und gebaut. Die Berliner Mauer wurde 30 Jahre lang zum internationalen Wahrzeichen für den Eisernen Vorhang zwischen Ost und West. 

Die Mauer wurde von der DDR-Führung als Schutz vor dem Westen deklariert, als „antifaschistischer Schutzwall“. Tatsächlich diente sie als Schutz der DDR gegen die „Abstimmung mit den Füßen“, die Flucht von DDR-Bürgern in den Westen. Berühmte Photos zeigen Menschen, die sich aus Häusern abseilen oder in Sprungtücher springen, um in den Westen zu gelangen. Das berühmteste Photo zeigt einen ostdeutschen Volkspolizisten, der über den Stacheldraht springt und im Sprung seine Waffe wegwirft. Viele andere haben den Versuch, die immer stärker gesicherten Grenzbefestigungen zu überwinden, mit Haft, Gesundheit oder Tod bezahlt.

Die Öffnung der Mauer markierte am 9. November 1989 das Ende einer Epoche, weil sie als bekanntestes Bild den Fall des ganzen Eisernen Vorhangs und das Ende des kommunistischen Systems in Osteuropa darstellen konnte. Schon im November 1989 hackten sich „Mauerspechte“ Stücke der Mauer als Erinnerungsstücke heraus. Heute gibt es nur noch wenige Reste der Berliner Mauer; manche stehen auch als Denkmale in anderen Städten.